Viele Kommunen stehen vor Herausforderungen, die für sie neu sind: Durch die De-Industrialisierung verlieren sie ihre wirtschaftliche Basis, durch Abwanderung und Geburtenrückgänge geht ihre Bevölkerung zurück. Die Folge zeigt sich in leer stehenden Wohnungen und Gewerbeimmobilien sowie eine unzureichend ausgelastete Infrastruktur. Das saarländische Völklingen – einst Hochburg der deutschen Stahlindustrie – ist ein Beispiel für eine von diesem Strukturwandel betroffenen Kommunen. Mancher Bewohner befürchtete schon „Für die Fenne interessiert sich niemand“, „ … das ist ein vergessenes Viertel.“ Aber das stimmt nicht:
Die Bemühungen der Stadt Völkingen zu Verbesserungen in den beiden Stadtteilen bekommen nun zusätzliche Impulse. Beim bundesweiten LEG-Preis der Landes- und Stadtentwicklungsgesellschaften hat die Architektur-Studentin Viola Spurk aus dem Saarland mit einem Entwicklungskonzept für die Völklinger Stadtteile Fenne und Fürstenhausen den ersten Preis errungen.
Die Jury in Berlin, der auch Andreas Timm von der LEG Saar angehört, hat sich zum Thema „Fenne und Fürstenhausen im Saarland“ Ende November ausdrücklich für die innovativen Ideen von Viola Spurk entschieden. „Die frische Herangehensweise in ihrem gut durchdachten Konzept war sehr überzeugend“, erläuterte Andreas Timm. Auch die Architektin und Stadtplanerin Prof. Christa Reicher von der TU Dortmund, wirkte in der Berliner Jury mit. Sie zeigt ihre Begeisterung für die Arbeit der Studentin, indem sie das Projekt in ihrem Lehrwerk „Städtebauliches Entwerfen“ veröffentlichen möchte.
„Neue Qualitäten – TROTZ oder DURCH Rückzug?“ war das Motto des Wettbewerbs, der Studenten der Fachrichtungen Architektur, Städtebau und Stadtplanung aufforderte, Stadtentwicklungskonzepte für ländliche und periphere Räume zu entwickeln, die vom demografischen Wandel besonders betroffen sind – so wie die beiden Völklinger Stadtteile. Vom Bergbau beschädigte Gebäude, ein strukturloses Nebeneinander von Wohnen und Industrie sowie ein anhaltender Modernisierungsstau sind nur einige der Probleme. Viola Spurks Konzept liefert viele frische Ideen und setzt auf kontrollierte Schrumpfung statt auf Wachstum. Ihre Ideen könnten als zusätzlicher frischer Beitrag in die Überlegungen der Stadt und die der beauftragten Planungsbüros mit einfließen.
Und so werden Anfang des nächsten Jahres die LEG Saar und die Stadt Völklingen, zusammen mit Frau Spurks, den Bewohnern der beiden Stadtteile das Konzept im Rahmen einer Ausstellung vorstellen. Gemeinsam werden die Akteure dann vor Ort die weitere Vorgehensweise bei der Stadtplanung erörtern.
Hintergrund:
Ideen für sich entleerende ländliche und periphere Räume!
Der LEG-Preis wurde 2010 zum 20. Mal ausgeschrieben und hatte in diesem Jahr den demographischen Wandel mit seinen Auswirkungen im Raum zum Thema. Im Fokus standen „sich entleerende Räume“: Wie lassen sie sich unter den Voraussetzungen des „Rückzugs“ von Bevölkerung, Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie Infrastrukturangeboten neue Qualitäten entwickeln? Zur Diskussion standen dabei drei periphere Standorte, die in ganz besonderer Weise von strukturellen wie auch demographischen „Entleerungsmerkmalen“ gekennzeichnet sind:
http://www.bvleg.de/leg-preis/leg-preis-2010
Kontakt:
LEG Saar
Landesentwicklungsgesellschaft Saarland mbH
Andreas Timm
Tel. 0681 - 9965 411
a.timm
leg-saar.de
www.leg-saar.de
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